Einsamkeit im Alter
Shownotes
Seniorin Renate Rönau hat ihren Mann verloren und erzählt von ihren Erfahrungen mit Einsamkeit. Außerdem berichten die Stadt, die Liga Wohlfahrt und der Seniorenrat von den verschiedenen Angeboten in Düsseldorf gegen Einsamkeit.
Mehr Infos findet ihr hier..
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00:00:00: Hier in Düsseldorf.
00:00:02: Der Podcast
00:00:03: der
00:00:03: Landeshauptstadt.
00:00:07: Einsamkeit, das ist ein Gefühl, dass ganz viele Menschen kennen auch die Seniorin Renate Rönauer aus Düsseldov.
00:00:13: Das Schlimmste was mir passiert ist und was vielen anderen passiert.
00:00:18: mein Mann ist am zwanzigsten zwanzigt zwei tausendzwanzig verstorben Und wo ich wirklich mich einsam fühle, ist jeden Sonntagmorgen wenn ich alleine frühstücken muss.
00:00:36: Als mein Mann noch lebte war der Sonntagsmorgen der Frühstückstisch unser Kommunikationsaustausch.
00:00:44: da haben wir die vergangene Woche besprochen was kommt und natürlich haben wir auch diskutiert.
00:00:51: so das muss sich jetzt mit mir allein machen Und ich habe einen schönen S-Platz in meiner Wohnung und da schaut mein Mann.
00:01:03: Wir haben ein tolles Foto von ihm aufgehängt, dann sage ich natürlich ja ganz schön blöd jetzt sitze ich hier wieder alleine.
00:01:12: Da fehlt er mir besonders war.
00:01:14: es ist ein Ritual.
00:01:15: wir waren sechsundfünfzig Jahre verheiratet und das ist ein ritual Sag ich mal, da fehlt er.
00:01:24: Einsamkeit ist ein Gefühl das grundsätzlich erst einmal jeder Phasenweise erleben kann unabhängig vom Alter.
00:01:30: Gerade ältere Menschen haben aber oft mit Lebensumständen zu tun die einsamkeit besonders begünstigen können sagt Notburger Bäcker vom Düsseldorfer Seniorenrat.
00:01:39: Sie isst dort Sprecherin für den Arbeitskreis Einsamkeit im Alter.
00:01:43: Ich
00:01:43: hatte in Sprechstunden zum Teil Menschen die sagten ich habe die ganze Woche nur mit dem Briefträger einmal gesprochen und dass es natürlich erschreckend.
00:01:52: Es ist natürlich auch so, der Freundeskreis wird weniger.
00:01:55: Der Tod eines Partners oder guten Freundes.
00:01:58: Ich denke das ist ein Schlag den man nicht so leicht verkraftet und insofern denke ich mal ist es ein Einschnitt wenn ich getrennt von meiner Familie lebe.
00:02:09: Das heißt in unserer heutigen Gesellschaft leben viele Kinder oder Enkelkinder sehr weit von den Großeltern entfernt vielleicht auch im Ausland sodass die Kontakte dann doch weniger sind bisschen frustrierend sind.
00:02:23: Also von daher ist das sicherlich auch dann ein ganz wichtiger Einschnitt, der Eintritt ins Rentenalter.
00:02:31: Man träumt im Vorfeld immer davon Ruhestand superklasse kann ich mich ausruhen, kann ich reisen, kann nicht alles machen und dann kommt der Rohstand und man fällt in ein tiefes Loch und weiß eigentlich gar nicht was man den ganzen Tag so machen soll fühlt sich ausgegrenzt, fühlt.
00:02:49: Ist das für mich auch ein ganz wichtiger Punkt?
00:02:51: Ein Punkt ist auch Krankheit.
00:02:53: Das heißt, wenn ich eine schwere Krankheit habe oder in meiner Mobilität eingeschränkt bin, plötzlich im Rollstuhlsitze oder plötzlich mit Rolator unterwegs bin dann kann mich das auch durchaus behindern bestimmte Aktivitäten wahrzunehmen.
00:03:08: Einen Punkt der mal nicht wenig beachtet wird ist dass Menschen mit Migrationshintergrund eher ausgeschlossen sind von der Gesellschaft, wenn sie älter sind.
00:03:18: Dass man sich maleinsam fühlt ist erst mal nichts Bedenkliches sofern es sich um eine kurze Phase handelt.
00:03:24: Problematisch wird es, wenn die empfundene Einsamkeit ein Dauerzustand wird Denn auf Dauer belastet Einsamheit Körper und Seele Und kann uns tatsächlich krank machen erklärt Berit Bücher.
00:03:35: Sie leitet die Abteilung Altapppflege- und Existenzsicherung im Amt für Soziales und Jugend.
00:03:41: Dann ist das so dass eben auch permanente Einsamkeit, Stress verursachen kann und auch Schmerzen.
00:03:48: Also wir reden da von Muskelverspannung, Schmerz im Rücken, im Nackenbereich Kopfschmerzen aber auch dass das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen oder auch Entzündung im Körper tatsächlich erhöht ist.
00:04:02: Da können sich bei chronischer Einsamkeiten tatsächlich Depressionen entwickeln zum Teil dann auch einhergehend mit Suizidalität Und es kann dann beispielsweise auch Suchtverhalten begünstigen.
00:04:14: Umso wichtiger ist es also, Einsamkeit nicht einfach so hinzunehmen sondern das Gefühl ernst zu nehmen und Wege aus der Einsamkei zu finden.
00:04:23: Jetzt werden vielleicht einige denken, okay das sagt sich so leicht aber ich weiß gar nicht wie ich es schaffen soll.
00:04:28: Dafür gibt es hier bei uns in Düsseldorf aber zum Glück viele Angebote und Anlaufstellen hat mir Anna Gockel-Gerber erklärt.
00:04:34: sie ist die Vorstandsvorsitzende des Karitasverbandes und der Liga Wohlfahrt in Düsseldorf.
00:04:39: Also in Düsseldorf gibt es zum glück ein sehr breites Netz von Angeboten gegen Einsamkeit Und viele davon werden eben auch von den Wohffahrtsverbänden und auch von Kirchengemeinden und sonstigen Vereinen Düsseldorf getragen.
00:04:54: Aber was sicherlich ein wichtiger Baustein ist, sind die Zentren plus.
00:04:57: das sind ja also die Bezeichnung für alten Begegnungsstätten, die aber auch schon besucht werden können ab einem Alter von fünfundfünfzig wo man jetzt aus heutiger Perspektive sagen würde so wahnsinnig alt ist es gar nicht, aber es ist natürlich auch im Thema dass man sich möglichst früh möglicherweise auch an eine andere Struktur gewöhnt vielleicht sogar wenn man noch im Arbeitsleben ist Und die sind also flächendeckend über ganz Düsseldorf verteilt und da gibt es unterschiedliche gemeinsame Aktivitäten, Frühstücksrunden verschiedene Kulturangebote auch Beratungsangebete.
00:05:31: Da ist eben das Ziel das Begegnung im Alltag so einfach wie möglich sein soll und auch neue Kontakte zu knüpfen woraus sich dann ja auch sehr häufig noch viele andere Dinge ergeben.
00:05:41: In den Zentren Plus treffen sich Menschen ab von fünfzig Jahren, um gemeinsam aktiv zu sein neue Kontakte zu knüpfen und den Alltag abwechslungsreich zu gestalten.
00:05:50: Das Ganze ist ein absolut unverbindliches und leicht zugängliches Angebot.
00:05:55: man verpflichtet sich zu nichts sondern kann einfach mal vorbeischauen.
00:05:59: das
00:05:59: ist eine sogenannte Kommenstruktur also die haben quasi Öffnungszeiten und da kann also jeder hinkommen und er gibt es verschiedene Angebote Bastel-Angebote aber auch irgendwie ganz entspanntes Kaffee trinken oder einfach eine Gemeinschaft als Event und es ist auch nicht so, dass da nur alte Menschen sind.
00:06:18: Das ist ja auch häufig so ein bisschen Scham besetzt oder sowas was ältere Menschen häufig gar nicht so wollen.
00:06:26: das ist also ganz gut durchmischen.
00:06:27: natürlich sind da auch hauptamtliche Mitarbeiter von uns die also auch ganz eng im Austausch sind.
00:06:33: man kann da zum Frühstück hinkommen und man kann's mal ausprobieren.
00:06:39: Nichts hilft besser gegen Einsamkeit als Beschäftigung, Aufgaben, Aktivitäten und eben Kontakte.
00:06:45: Die Zentren Plus in Düsseldorf mit ihren vielfältigen Angeboten können eine Möglichkeit sein unter Menschen zu kommen und neuen Anschluss zu finden.
00:06:53: Aber klar vielleicht ist das nicht für jeden was.
00:06:56: zum Glück gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten.
00:06:59: Ein Ehrenamt zum Beispiel.
00:07:01: Die Erfahrung hat auch die Seniorin Renate Rönau gemacht, die sich sehr aktiv im Joachim Neanderhaus der Diakonie in Benrad engagiert.
00:07:09: Wir haben wirklich eine tolle Mannschaft an Ehrenamtern.
00:07:17: Es kommt der ein oder andere dann zu uns und sagt ja ich habe gehört man kann sich hier einbringen Dann hospitieren die bei uns und wir bieten Lesungen an.
00:07:33: Es gibt eine Männergruppe, da treffen sich die Herren.
00:07:38: Sie können sich einbringen eben zum Beispiel jetzt bei dieser Frühstücksrunde.
00:07:44: Wir haben Telefondienst, wir machen Veranstaltungen Da wird jede Hälfte der Hand gebraucht.
00:07:53: Also für mich ist ein Ehrenamt auch eine tolle Aufgabe.
00:07:59: Sie hilft mir, einen strukturierten Alltag zu haben und das ist wenn man alleine lebt ganz wichtig und man kriegt auch so viele lächelnde Gesichter zurück sich einbringt.
00:08:19: Ich finde das immer toll, wenn ich die Frühstücksbegleitung in der Einrichtung mache.
00:08:25: Das Frühstück kommt aus der Küche auf einem Tablett und jeder Bewohner hat sein eigenes Tablett.
00:08:30: so und dann natürlich gibt es auch da die Knatschen nur und dann zum Beispiel spiele ich dann Hotel.
00:08:38: Dann sage ich oh guten Morgen gnädige Frau ihr Frühstückt wird serviert.
00:08:43: ja Dann ist dieser Knoten weg, die lachen und das tut mir gut.
00:08:50: Und dann habe ich auch ein gutes
00:08:51: Gefühl.".
00:08:52: Ein Ehrenamt ist eine Supermöglichkeit um andere Menschen kennenzulernen und mal was Neues zu erfahren.
00:08:57: Außerdem bekommt man eine sinnvolle Aufgabe und kann anderen Menschen auf unterschiedliche Weise helfen findet auch Nutburger Bäcker vom Düsseldorfer Seniorenrat.
00:09:11: auszuhelfen bei gesellschaftlichen Problemen.
00:09:14: Ohne Ehrenamt würde unsere Gesellschaft, glaube ich ziemlich zusammenbrechen und von daher und umgekehrt bietet das Ehrenamte für die ehrenamtlichen eine Bestätigung.
00:09:28: man hat das Gefühl Ich werde noch gebraucht!
00:09:30: Ich kann mein Wissen, ich kann meine Erfahrung einbringen.
00:09:34: Ich kann meinen Engagement einbringen und dass es für beide Seiten eigentlich sehr sehr positiv.
00:09:42: Und das sollte man auch schon im früheren Alter planen, was kann ich machen?
00:09:46: Wenn ich tatsächlich dann pensioniert bin, wenn ich in Rente bin, welche Tätigkeiten kann ich da noch machen?
00:09:52: Was kann nicht der Gesellschaft zurückgeben denn die Gesellschaft hat mir ja auch viel gegeben.
00:09:57: Gartenarbeit machen kleinere Besorgungen machen und so weiter und nicht im Sessel sitzen dass man dann stirbt oder so.
00:10:04: Also von daher, Aktivitäten fördern was immer man machen kann und vor allen Dingen diese sich einigeln.
00:10:10: Man ist dann so auf sich und seine Probleme fixiert und wenn man sich öffnet merkt man aha die anderen Menschen haben auch Probleme zum Teil größere als ich und haben größere Beeinträchtigung sind trotzdem aktiv und von daher kann das einfach die Wahrnehmung doch ändern und verbessern und von da würde ich mir das wünschen Optimismus fördert.
00:10:31: In Düsseldorf gibt es ganz viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren.
00:10:35: Das Amt für Soziales und Jugend und das Büro zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements helfen hier gerne weiter und beraten.
00:10:42: Anregungen für Ehrenämter gibt es auch in unserem Podcast.
00:10:45: DüsselDorf engagiert sich.
00:10:47: Denen gibt es überall dort wo es Podcasts gibt.
00:10:50: Jetzt klingt das alles, was wir bis hierhin gehört haben in der Theorie natürlich super einfach.
00:10:55: Wenn ich mich einsam fühle dann suche ich mir einfach einen Ehrenamt oder gehe in ein Zentrum Plus und das ist dann die Lösung und alles wird gut.
00:11:02: ganz so einfach ist es natürlich nicht.
00:11:04: Nicht jedem fällt der erste Schritt so leicht sagt Anna Gockel Gerber von der Liga Wohlfahrt.
00:11:09: Ja also es ist auf jeden Fall so dass Einsamkeit natürlich ein sehr persönliches Thema ist und an vielen Stellen auch wirklich Scham besetzt kann man sich ja auch selber vorstellen.
00:11:18: Ich glaube so ein Erstkontakt irgendwo zu bekommen, ist glaube ich die größte Hürde.
00:11:25: Und dann ist es meiner Ansicht nach aber so, dass sich dann auch relativ schnell vieles entwickelt halt in einer Gruppe.
00:11:31: Aber das erleben wir natürlich häufig, dass Menschen sich schon ein bisschen schämen.
00:11:36: Aber wenn wir dann große Angebote machen und oder beispielsweise Flächendecken vielleicht mal ein paar andere Leute einladen oder irgendwie ein anderes Netzwerk bemühen, ist es wirklich häufig so, da die Leute ganz froh sind, dass sie da sind und dass es eben die Möglichkeit gibt quasi vor der Haustür.
00:11:52: So ist es ja gedacht sich da noch mal anders einzubringen.
00:11:56: Von außen kann man zwar animiert oder ermutigt werden, aber den ersten Schritt muss jeder selbst machen, sagen die Seniorin Renate Rönau und Notburger Becker vom Seniorenrat.
00:12:07: Man muss selber aktiv sein!
00:12:10: Der eine kann es besser der andere hat Hemmungen.
00:12:13: Hämmungen braucht man nicht haben.
00:12:16: ich sage immer wenn einem nach weinen ist soll man weinen und wenn einem lachen ist dann soll man lachen Und diese Mischung passt.
00:12:27: Aber das kann jeder nur für sich alleine
00:12:30: entscheiden.".
00:12:31: Man steht dann vor, auch wenn man die Leute in der Sprechstunde hat es ist sehr schwer zu helfen.
00:12:38: Man kann bestimmte Lösungswege aufzeigen aber oft ist dann so ein Widerwille da.
00:12:44: Das mache ich jetzt nicht und im Grunde muss der Weg aus der Einsamkeit aus sich selbst kommen.
00:12:50: Ich kann das als Stadt oder was auch immer, also sofern das liegt einfach ganz klar bei mir selbst.
00:12:57: Und wenn der erste Schritt gemacht ist kann man sich ja erst mal ein bisschen umschauen sagen Anna Gockel-Gerber von der Liga Wohlfahrt und Bérit Büker vom Amt für Soziales & Jugend.
00:13:06: Also wir versuchen das natürlich an Stellen auch wirklich irgendwie Flyer auszulegen oder irgendwie zu werben für verschiedene Angebote, sagen wir mal in Geschäften des täglichen Bedarfs irgendwie im Supermarkt oder auch beim Bäcker oder so dass Menschen das vielleicht einfach mal in die Hand und sagen, da könnt ihr eigentlich mal vorbeigucken oder dass das jetzt irgendwie sich komisch anfühlt.
00:13:27: Also es lohnt sich immer auch einfach mal nur vorbei zu gehen.
00:13:30: Das ist ja ganz unverbindlich!
00:13:32: Da muss auch niemanden Sorge haben, das gibt für alle Angebote die sind alle freiwillig.
00:13:37: man kann wirklich einfach mal schauen und gucken und vielleicht auch erst einmal nun mal gucken wie ist denn die Atmosphäre?
00:13:43: Ist das was für
00:13:44: mich?!
00:13:44: Und letztendlich sind die Erfahrungen dann an vielen Stellen wirklich sehr positiv.
00:13:48: Die meisten sagen dann auch wirklich nachher, dass es so super, da hätte ich eigentlich schon viel eher kommen sollen.
00:13:53: Die
00:13:53: Stadt Düsseldorf hat eine übersichtliche Broschüre mit dem Titel zusammen weniger allein veröffentlicht.
00:13:59: Darin stehen ganz viele Angebote für Aktivitäten, Anlaufstellen und Ansprechpartner.
00:14:04: Die Broschere findet man auch online auf düsseldorff.de.
00:14:08: Übrigens, man muss nicht direkt an einer Gruppenaktivität teilnehmen Man kann sich erst mal alleine und ganz im Vertrauen beraten lassen.
00:14:16: Der Seniorenrat selbst Die einzelnen Mitglieder sind auch in ihren jeweiligen Stadtbezirken, in den Zentren plus regelmäßig für Sprechstunden vertreten.
00:14:25: Also zum Beispiel auch darüber kann man ersten Kontakt knüpfen.
00:14:28: wenn man vielleicht sagt so ein Gruppensetting weiß ich nicht aber der Seniorenrat... Ich habe das schon mal Bilder gesehen und irgendwie ich kenne die Personen, die wohnen bei mir im Stadtbezieck.
00:14:37: also auch das kann zum Beispiel mal einfach eine Einstiegsmöglichkeit sein wo man sagt okay Da kann ich mich mal drauf einlassen.
00:14:45: Und manchmal braucht man ja auch einen kleinen Schubs, ein bisschen Animation und Unterstützung um den ersten Schritt zu machen.
00:14:51: Das ist ein Punkt an dem jeder von uns ein bisschen mithelfen kann Indem wir zum Beispiel mal schauen wie es unseren älteren Angehörigen oder vielleicht Nachbarn so geht sagt Bérit Büger vom Amt für Soziales und Jugend Man
00:15:03: kennt das!
00:15:03: Man hat seinen Alltag, man hat seine Struktur Vielleicht noch einmal an der eine oder andere Stelle nochmal innezuhalten und zu denken Die Nachbarn habe ich sehr lange nicht gesehen oder irgendwas ist hier vielleicht anders geworden.
00:15:13: Und natürlich, wenn sich dann die Zeit ergibt und jemand sich die Zeit nimmt und sagt, ich frag mal nach?
00:15:19: Dann ist das toll!
00:15:20: Wir wissen auch dass nicht immer auch Dankbarkeit auf der anderen Türschwelle dann einem entgegen kommt.
00:15:27: Es geht erst einmal nur darum ein Signal zu setzen.
00:15:30: in der Regel wird das sehr positiv aufgenommen und dann, wenn man sagt Ich hab hier irgendwie Bauchschmerzen es gerne auch an uns wirklich abzugeben Wir können dann schauen, okay was wäre denn geeignet.
00:15:42: Wie kann man denn mal wirklich einen guten Kontakt aufbauen?
00:15:45: Aber immer natürlich unter Berücksichtigung des Willens einfach der betroffenen Person.
00:15:50: Es sind oftmals genau diese kleinen einfachen Dinge.
00:15:53: Die Frage wie geht es ihnen?
00:15:55: die kann manchmal ganz viel bewirken.
00:15:58: und gerade bei Menschen die wirklich einsam sind Da kann das dann passieren dass sich daraus ein Gespräch entwickelt wo auch schon sehr schnell deutlich wird Ja, hier gibt es ein Thema.
00:16:08: Und dann kann man immer noch schauen was war auch Gesprächsinhalt und wie ist einfach das Setting?
00:16:15: Also welche Personen sprechen da miteinander?
00:16:17: und es gibt die Person, die dann sagen ja ich gehe dann einfach mal für die Person mit einkaufen und biete das regelmäßig an oder schaume vorbei.
00:16:25: Es kann aber auch sein dass der Gesprächspartner, der da den Kontakt gesucht hat vielleicht nachher denkt Mensch, irgendwie würde ich mich mal gerne informieren.
00:16:34: Ich selber kann das vielleicht auch nicht übernehmen aber vielleicht gibt es ja nochmal dann Möglichkeiten dass jemand anders für die Person einkaufen geht.
00:16:42: oder ich glaube die Person hat vielleicht auch ein Pflegebedarf Aber da scheint sich noch niemand zu kümmern.
00:16:48: Und genau in solchen Fällen sagen wir einfach das Beste ist wirklich mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, bestenfalls kriegt man erste Informationen und kann sich dann gerne bei uns melden um sich selber mal zu informieren.
00:17:02: In den anderen Fällen die ich gerade beschrieben habe wo man eben auch merkt dass scheint etwas im Argen zu sein.
00:17:09: Also wir glauben, es ist besser einmal zu viele anzurufen als zu wenig und da muss sich auch niemand Sorge machen dass man da jemand vielleicht irgendwie etwas Böses tut oder es übergriffig ist.
00:17:19: Die Kolleginnen und Kollegen sind da sehr erfahren und die sind auch sehr sensibel im Umgang.
00:17:23: also gerade wenn man auch ein Hausbesuch macht und in der Regel ist es so das dann auch dankend angenommen wird weil Wir haben auf die Situation, dass da wirklich komplexe Problemlagen hinter diesen Fällen stehen.
00:17:37: Und dann ist es vielleicht nicht nur ich komme mit der Post nicht mehr hinterher oder ich kann mein Haushalt nicht mehr selber bewältigen sondern dann kommen vielleicht auch so Themenstellungen wie meine Rente reicht vielleicht gar nicht mehr für die Miete und das sind ja einfach dann irgendwann wirklich existenzielle Nöte wo wir Also wirklich gerne versuchen frühstmöglich in den Kontakt zu kommen, um natürlich gar nicht eher so eine Notlage aufkommen zu lassen.
00:18:04: Wenn man sagt Mensch irgendwie ich bin vielleicht selber betroffen möchte was ändern oder ich kenne da jemanden aber ich weiß vielleicht gar nicht was das richtige ist.
00:18:12: also unser Tipp ist immer das Pflegebüro da einfach mal anrufen und sich melden.
00:18:19: Die können nicht nur zum Thema Pflege beraten, sondern ganz grundsätzlich zu Themen im Alter also wirklich zum Wohnen zur finanziellen Leistung aber auch gerne einfach mal vermitteln wenn irgendwie die Frage ist sagen sie mal wohin der Nähe ist denn jetzt ein Angebot was hier für diese Person passt?
00:18:36: Und dann gibt es einfach ganz viele verschiedene Dinge wo man einfach gucken muss, tatsächlich für wen ist was geeignet.
00:18:44: Oder liegt auch vielleicht wohnortnah, dass man nicht den langen Anfahrtsweg hat?
00:18:48: Und eine Sache sollte jeder von uns ein bisschen auf dem Schirm haben.
00:18:52: Einsamkeit im Alltag kommt nicht plötzlich von einem Tag auf den anderen.
00:18:56: Meistens ist das eher ein schleichender Prozess der bereits beginnt wenn wir noch gar nicht so alt sind.
00:19:01: Deswegen sollte man sich frühzeitig Gedanken machen rät die Seniorin Renate Rönau.
00:19:06: Da
00:19:06: sollte man schon in jüngeren Jahren drüber nachdenken.
00:19:12: Man sollte sich so ein kleines bisschen einen Lebensplan immer im Kopf parat machen, das hilft gegen Einsamkeit.
00:19:23: es kann ja was passieren.
00:19:24: der Partner kann auch in jungen Jahren durch Unfallkrankheit eben nicht mehr da sein.
00:19:32: sie sollten die Zukunft ein bisschen besser aufbauen.
00:19:37: natürlich nicht immer einfach oder man schiebt es gerne nach hinten und sagt nein, wir sind ja jetzt zusammen.
00:19:46: Aber sich hin- und wieder mal Gedanken darüber machen das würde ich allen Jüngeren vorschlagen.
00:19:53: Wir hatten gemeinsam einen ganz tollen Freundeskreis.
00:20:00: Mein Mann und Ich waren aktiv im Karneval.
00:20:05: mein Mann hat zum Beispiel im Panikorchester Monheim mitgemacht.
00:20:09: Kein Mensch kann da noten, aber tolle Musik!
00:20:13: So und dadurch entstehen Verbindungen Freundschaften.
00:20:19: Die muss man aber pflegen.
00:20:21: Einsamkeit im Alter hängt eben nicht nur am Alter, sagt auch Anna Gockel Gerber von der Liga Wohlfahrt.
00:20:27: So Einsamheit beginnt nicht erst mit dem Beginn vom Renteneintritt oder wie auch immer und auch nicht erst im hohen Alter sondern entwickelt sich meistens über viele Jahre.
00:20:35: und sehr wahrscheinlich ist es auch einer der Gründe dafür dass sozusagen im Berufsleben natürlich... automatisch ein gewisser Anteil von Privatleben oder von sozialen Kontakten natürlich mit abgebildet ist.
00:20:47: Und ich denke, es gibt natürlich auch viele Menschen die von ihren Berufen so ausgefüllt sind dass da vielleicht an anderen Stellen gar nicht mehr so wahnsinnig viel Zeit bleibt.
00:20:55: und dann geht's natürlich auch unterschiedliche Lebenswege, Umzüge, Jobwechsel wie auch immer oder wirklich der Verlust eines Partners die möglicherweise dann auch dazu führen Und was sicherlich auch ein großer Faktor ist, das Thema Armut.
00:21:12: Also man kann ja auch sagen wir mal Einsamkeit als Armut interpretieren und es sind aber wirklich zwei Themen die sich gegenseitig bedingen.
00:21:20: Ich glaube insofern ist es ganz wichtig dass man mit so einem Thema sich damit zu beschäftigen, nicht erst anfängt unmittelbar bevor man in Rente geht sondern tatsächlich schon deutlich früher und auch wirklich mal für sich rausfindet was macht mir denn eigentlich so Spaß also.
00:21:34: Und was gibt es vielleicht auch im eigenen Stadtteil für Angebote?
00:21:37: welche Vereine oder Gruppen gibt es?
00:21:39: Freundschaften pflegen ist natürlich sowieso unabhängig davon.
00:21:42: immer glaube ich ein relativ hohes Gut muss immer ein Ziel sein aber auch eben entsprechend sein um für sich passendes Ehrenamt zu finden.
00:21:51: Wie möchte ich denn leben, wenn ich vielleicht in Rente bin?
00:21:54: Welche Hobbys möchte ich dann haben mit denen ich jetzt schon anfangen könnte?
00:21:58: oder trete ich vielleicht jetzt schon in einen Sportverein ein, in dem ich bis ins hohe Alltag aktiv sein kann.
00:22:03: habe ich vielleicht jetzt schon Zeit für einen Ehrenamt.
00:22:06: Das alles sind Fragen, die man sich besser früher als später stellt und ganz wichtig – Man sollte versuchen auch im fortgeschrittenen Alter offen- und neugierig zu bleiben.
00:22:15: findet Notburger Bäcker vom Seniorenrat und sich zum Beispiel in Sachen Digitalisierung fit machen.
00:22:21: Es
00:22:21: heißt also wenn ich ein Smartphone habe, wenn ich am Computer einigermaßen klarkomme bin nicht mehr so einsam?
00:22:28: Ich kann ganz anders mit der Welt umgehen und von daher halte ich das für eine ganz wichtige Sache.
00:22:33: Und auch mit dem Hintergrund des lebenslangen Lernens, ich kann nicht sagen, ich bin jetzt siebzig, ich habe jetzt abgeschlossen mit dem Lernen sondern also Siege hier im Training und so.
00:22:44: Das heißt also man sollte da offen sein, man sollte sich beraten lassen.
00:22:48: Manche haben ja eine Scheu zu sagen ich komme damit nicht klar.
00:22:50: Also ich finde, da sollte man tatsächlich offen sein.
00:22:53: Sich beratenlassen Übungen dazu machen und von Und viele Zentren plus bieten das auch an.
00:23:01: Die Stadt Düsseldorf hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürgern weiter zu verbessern.
00:23:06: Deswegen ist DüsselDorf zum Beispiel auch Mitglied im WHO-Netzwerk Age Friendly Cities für altersfreundliche Städte.
00:23:13: Gerade im Bereich der Teilhabe will sich Düsseldov weiter verbessern, sagt Beerit Böker vom Amt für Soziales und Jugend.
00:23:23: Wir haben uns noch mal zum Ziel gesetzt, diese noch altersfreundlicher zu machen und da haben wir dann den Aktionsplan.
00:23:30: Älter werden in Düsseldorf eben entsprechend erarbeitet.
00:23:34: Darüber hinaus planen wir als Stadt die bestehenden Bürgerhäuser umzuwandeln in sogenannte dritte Orte.
00:23:42: Das heißt, wir möchten die Bürgerhäusern nochmal Generationen, übergreifende Angebote erweitern und auch den Fokus darauf setzen dass wir jung und alt mehr zusammenbringen.
00:23:53: Die Stadt der Seniorinrat und die Wohlfahrtsverbände bemühen sich also die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern und viele Angebote zu schaffen.
00:24:01: aber am Ende muss natürlich jeder selbst ein bisschen schauen und eigene Strategien entwickeln.
00:24:06: findet Seniorin Renate Rönau
00:24:08: mir zum Beispiel hilft?
00:24:11: wenn ich dann mal denke war jetzt könntest du alles mal knallen.
00:24:15: Ich höre dann gerne Musik.
00:24:18: Ich lese ein schönes Buch, da kann ich mich auch sehr gut unterhalten.
00:24:24: Musik ist für mich wirklich ein Trostpflaster und wenn es gar nicht geht, dann kann ich schon mal eine Tür knallen und dann geht's mir wieder besser.
00:24:34: Das konnte ich aber schon
00:24:41: immer!
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